WIFI-Sprachmania 2008
Seit Freitag, 11. April 2008, stehen die größten diesjährigen Sprachentalente an den heimischen AHS fest. Über 5.000 Schüler/innen beteiligten sich seit Beginn des Jahres am größten Fremdsprachenwettbewerb Österreichs, der „WIFI-Sprachmania 2008".
Die „Sprachmaniacs 2008"
Englisch: Elisabeth Schober, BG u. BRG Neunkirchen
Französisch: Julia Klug, BG/BRG Leoben 1
Italienisch: Wolfgang Resch, BRG Innsbruck
Spanisch: Sigrid Horn, BG und BRG Amstetten
Russisch: Benedikt Brand/pG 4 Theresianum Wien

v.l.n.r.: KR Renate Römer (Vizepräsidentin WKO), Wolfgang RESCH (BRG Innsbruck, Adolf-Pichler-Platz), Sigrid HORN (BG u. BRG Amstetten), Elisabeth SCHOBER (BG u. BRG Neunkirchen), Benedikt BRAND (pG 4 Theresianum Wien), Julia KLUG (BG/BRG Leoben 1), Dr. Michael Walter (Kurator WIFI Österreich)
Zum Reinhören:
Dr. Susanne Scholl: "Warum Fremdsprachkenntnisse notwendig sind"
Dr. Susanne Scholl: "Welche Fremdsprachen sind heute wichtig"
Benedikt Brand - Sieger Russisch: "Fremdsprachen für Zukunft wichtig"
Dr. Michael P. Walter: "Hintergrund der WIFI-Sprachmania"
Dr. Michael P. Walter: "Sprachen sind wichtiger Ausbildungs-Bestandteil"
Die Finalisten waren gefordert, gegenüber Prominenten – in der Rolle als Fremdsprachen-Moderator/innen – in ihrer jeweiligen Fremdsprache ein Thema, für das eine kurze Vorbereitungszeit zur Verfügung stand, zu diskutieren und ihre Spontanität unter Beweis zu stellen. Als Moderatoren konnten Andreas Reismann, Moderator für Englisch, Regisseur und Schauspieler Eric Ginestet für Französisch, Schauspieler Andrea Tiziani für Italienisch, Julieta Rudich vom ORF für Spanisch und Susanne Scholl, ORF-Korrespondentin für Russisch gewonnen werden. Die Schüler/innen überzeugten, motiviert von den Moderator/innen, mit großem Wortschatz, guter Argumentation und hoher Sprachgewandtheit. Die WIFI-Sprachmania fand heuer zum 18. Mal in Folge statt.
Kosten für Mehrsprachigkeit unvergleichlich geringer als Kosten der Einsprachigkeit
Mehrsprachigkeit kommt in der Wirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle zu. So verdankt Österreich als klassisches Exportland sein hervorragendes Wirtschaftswachstum den über 3.000 exportorientierten KMUs. „Es besteht aber kein Zweifel, dass – wenn wir diese Position halten wollen – es auch für österreichische Unternehmen künftig einen verstärkten Bedarf an der Schlüsselkompetenz ‚Mehrsprachigkeit´ gibt. Neben der vorbildlichen Sprachförderung in den Schulen – die WIFI-Sprachmania ist ein Beispiel dafür – müssen wir Unternehmen dazu ermutigen, strategische Ansätze zu verfolgen. Um es mit Leonard Orban, dem Europäischen Kommissar für Mehrsprachigkeit, zu sagen: „Die Kosten der Mehrsprachigkeit sind unvergleichlich geringer als die Kosten der Einsprachigkeit bzw. Sprachlosigkeit", so der Kurator des WIFI Österreich, Dr. Michael P. Walter.
Mehrsprachigkeit entscheidend für den Geschäftserfolg
Die Ergebnisse einer von der europäischen Kommission beauftragten Studie bestätigen, dass mangelnde Fremdsprachenkenntnisse zu Geschäftsverlusten führen. Laut dieser EU-Studie erzielen Unternehmen, die in die Mehrsprachigkeit ihrer Mitarbeiter/innen investieren, einen um 44,5 % höheren Exportumsatz als ein KMU, das auf diese Investitionen verzichtet.
Die europäische Mehrsprachigkeitsstrategie ist in aller Munde
„Neben dem ökonomischen Nutzen der Mehrsprachigkeit geht es in einem vereinigten Europa vor allem auch um die kulturelle Dimension im Sprachenbereich. Dieses Europa kennzeichnet Einheit in der Vielfalt: Gemeinsame Werte, Interessen und Schicksale werden durch eine einzigartige kulturelle Vielfalt, vor allem im sprachlichen Bereich, abgerundet: Es gibt in der Europäischen Union der 27 heute 23 offizielle Sprachen und ca. 60 regionale und Minderheitssprachen. Damit jede Kultur zum Ausdruck kommt und diese wertvolle kulturelle Vielfalt nicht zur Fragmentierung führt, ist schließlich Sprachenförderung bzw. der Erwerb der Kompetenz ‚Mehrsprachigkeit’ erforderlich. Die EU hat die Wichtigkeit der Mehrsprachigkeit seiner Bürger erkannt und das Jahr 2008 zum ‚Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs’ gewählt", so KommR Renate Römer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich.
Sprachliches und kulturelles Verständnis gefragt
Englisch als „Brückensprache" allein reicht nicht mehr: Englisch als Lingua Franca ist für das Erschließen neuer Märkte zwar unverzichtbar, genügt aber nicht mehr: Mehrsprachigkeit und damit die Sensibilität für kulturelle Besonderheiten ist ein zentraler Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. KMUs stoßen bei grenzüberschreitenden Tätigkeiten nicht nur auf sprachliche, sondern auch auf kulturelle Barrieren. Neben dem Fachwissen dient Sprache als vertrauensbildende Maßnahme. Unternehmen müssen außerdem bei ihrer Risikoabschätzung kulturelle Aspekte berücksichtigen. Mehrsprachigkeit spielt auch bei der Integration eine Schlüsselrolle. Vor diesem Hintergrund sollte auch das in Österreich vorhandene Mehrsprachigkeitspotenzial von Migranten genutzt werden.
„Die WIFI-Sprachmania steht mittlerweile österreichweit für eine außerordentliche Leistungsschau der österreichischen Mittelschulen. Die ’Sprachmaniacs’ verfügen bereits über eine beeindruckende Sprachenkompetenz und damit über ein umfangreiches Potenzial, sich die Zukunft zu erschließen: Die Bürgerinnen und Bürger sind heute mobiler denn je. Die berufliche Laufbahn wird und kann zunehmend auf europäischer Ebene geplant werden. Die ’Sprachmaniacs’ sind dafür bestens gerüstet. Sie haben die europäische Zielformulierung ’Muttersprache plus zwei weitere Sprachen erlernen’ bereits erfüllt. Ihnen wird es nicht schwerfallen, später weitere Sprachen zu erlernen und sie werden in der Folge von besseren Job-Möglichkeiten profitieren", so KommR Renate Römer.
Die drei Erstplatzierten in jeder Sprache bekamen von WKÖ-Vizepräsidentin KommR Renate Römer und WIFI Österreich-Kurator Dr. Michael P. Walter jeweils ein Sparbuch überreicht. Alle 38 Finalisten erhielten Sachpreise bzw. Sprachaufenthalte von den Sponsoren des Wettbewerbs.
Die Finalisten im Überblick
Englisch
1. Elisabeth Schober, BG und BRG Neunkirchen
2. Alessandra Peter, pG4 Theresianum Wien
3. Patrick Lechner, BG/BRG Gmunden
Italienisch
1. Wolfgang Resch, BRG Innsbruck
2. Dajana Doskoc, BG/BRG X Ettenreichgasse Wien
3. Iris Schöftner, BG/BRG Traun
Französisch
1. Julia Klug, BG/BRG Leoben 1
2. Thomas Böhler, BG/BRG Bad Ischl
3. Mario Kollinger, BG/BRG Mössingerstraße, Klagenfurt
Spanisch
1. Sigrid Horn, BG und BRG Amstetten
2. Alexandra Tampermeier, Sir Popper Schule Wien
3. Barbara Augustinovic, BG Feldkirch
Russisch
1. Benedikt Brand/pG 4 Theresianum Wien
2. Julia Wannerer, BG/BRG Laa/Thaya
3. Nadja Jagschitz, BG/BRG Mattersburg