Bildungspartner beim internationalen Personalmanagement

Österreich zählt zu den Hauptgewinnern der EU-Osterweiterung. In den meisten mittel- und südosteuropäischen Staaten rangiert die Alpenrepublik im Spitzenfeld der ausländischen Investoren. Rund ein Fünftel der österreichischen Exporte geht in Länder des CEE-/SEE-Raumes. Österreichs Unternehmen haben die Chancen, die sich ihnen mit der Ostöffnung und der EU-Osterweiterung geboten haben, wahrgenommen und zu nutzen verstanden. Zu den Unternehmensbereichen, die bei dieser Expansion besonders gefordert waren und sind, zählt die Entwicklung der Human Resources. Viele Firmen bedienen sich dabei der Aus- und Weiterbildungsprogramme des WIFI-Verbundes. Aus gutem Grund, wie der Leiter von WIFI International, Mag. Anton Aufner, im Interview berichtet.

AufnerDer WIFI-Verbund ist der Aus- und Weiterbildungspartner der österreichischen Wirtschaft. Mit der Ostintegration stehen Unternehmen, die in die CEE- und SEE-Märkte expandieren, insbesondere beim Personalmanagement vor neuen Herausforderungen. Wie hat das WIFI auf diese Entwicklung reagiert?

Mag. Anton Aufner:  So wie die Wirtschaft, kennt auch die Bildung heute keine Grenzen mehr. Der WIFI-Verbund hat die Expansionsschritte der österreichischen Unternehmen von Anfang an proaktiv begleitet. Seit 1991 ist das WIFI auch im Ausland tätig. 2007 wurde damit begonnen, über WIFI International den Markt der beruflichen Aus- und Weiterbildung in den mittel- und südosteuropäischen Ländern zu erschließen. Mittlerweile sind wir mit WIFI-Partnerinstituten in Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, in Tschechien und Ungarn aktiv. Der gesamte Wirtschaftsraum, den die  Partnerinstitute von WIFI International abdecken, umfasst rund 100 Millionen Einwohner.
Das bedeutet, wir positionieren das WIFI als internationalen Bildungsanbieter, exportieren das heimische, praxisnahe WIFI-Know-how ins Ausland, bauen WIFI-Partnerinstitute in Mittel- und Südosteuropa auf und vernetzen die WIFIs im In- und im Ausland.

Worin besteht nun für Unternehmen der spezielle Nutzen des Angebotes von WIFI International?

Mag. Anton Aufner: Die Human Resources-Abteilungen österreichischer Unternehmen, die eine oder sogar mehrere Niederlassungen in CEE- und SEE-Ländern haben, stehen vor der Aufgabe, diesen Bereich zu internationalisieren. Mit dem WIFI-Verbund und mit den WIFI International-Partnern stehen den Firmen Bildungspartner zur Seite, die gleichfalls international agieren. WIFI kann nicht nur die Mitarbeiter einer  Unternehmenszentrale in Österreich betreuen, sondern auch jene in den Niederlassungen im Ausland trainieren – und das auf dem verlässlich hohen und international anerkannten WIFI-Niveau.
Denn unsere WIFI-Partnerinstitute bieten – wie die WIFIs in Österreich – international anerkannte Abschlüsse. Das können sie, weil die Kurse absolutem WIFI-Standard entsprechen und auch ihre Trainer erfahrene, in der Wirtschaft verankerte Praktiker sind, die von WIFI Österreich zertifiziert wurden. Zudem haben unsere WIFI-Partner Zugriff auf den Trainer-Pool des WIFI Verbundes mit mehr als 12.000 Trainerinnen und Trainern.

Warum ist die Aus- und Weiterbildung „vor Ort“ so wichtig?

Mag. Anton Aufner: Bekanntlich hängen fast 40 Prozent des Erfolges eines Unternehmens von der Personalarbeit und der Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Grundsätzlich liegt es also um der Wettbewerbsfähigkeit, um des Markt- und Unternehmenserfolges willen, im ureigensten Interesse der Firmen, dass ihre Mitarbeiter in den ausländischen Niederlassungen und Zweigbetrieben auf dem selben Qualifikationsniveau arbeiten, wie jene in den österreichischen Zentralen und an Standorten hierzulande. Die Aus- und Weiterbildung „vor Ort“ ist nun deshalb so wichtig, weil es zum einen darum geht, Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den CEE- und SEE-Ländern mit den Usancen der wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft und internationalen Marketing- und Verkaufstechniken sowie neuen Produktions- und Prozesstechniken vertraut zu machen – zum anderen ist es für den Unternehmens- und Markterfolg von entscheidender Bedeutung, dass in mittel- und südosteuropäische Niederlassungen entsandte österreichische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Kultur und Tradition, insbesondere den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten und spezifischen Markterfordernissen in den jeweiligen Ländern umzugehen wissen.
Dass wir über unsere WIFI-Partner absolute WIFI-Standards bieten, ist deshalb von entscheidender Bedeutung, weil sich auf den Märkten Mittel- und Südosteuropas unzählige Bildungsanbieter tummeln. Doch nur ein ganz kleiner Prozentsatz von ihnen wird internationalen Standards und den hohen Anforderungen westeuropäischer Unternehmen gerecht. Österreichische Unternehmen können folglich darauf bauen, dass wir ihnen über unsere WIFI-Partner im Ausland dasselbe hohe und bewährte Ausbildungsniveau bieten wie in Österreich.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Personalressorts der Betriebe mit WIFI International und den WIFI-Partnerinstituten in organisatorischer Hinsicht?

Mag. Anton Aufner: Dank der Vernetzung im gesamten WIFI-Verbund, also auch mit den Partnerinstituten im Ausland, können wir die Zusammenarbeit mit den Personalressorts sehr unkompliziert und effizient gestalten. Für Unternehmen oder Firmenzentralen in Österreich fungieren die Produkt- und FIT-Manager in den jeweiligen WIFI-Landesinstituten als Ansprechpartner, Berater und Betreuer – für die Niederlassungen in den CEE- und SEE-Ländern sind es die Verantwortlichen der jeweiligen WIFI-Partnerinstitute. Im Kommunikationsdreieck „Personalressort – Produkt‑/FIT‑Manager – WIFI-Partner“ können wir marktorientierte und auf die jeweiligen betrieblichen sowie landesspezifischen Erfordernisse zugeschnittene Weiterbildungsprogramme entwickeln und realisieren, von individuellen Trainingseinheiten über berufsspezifische Schulungen bis hin zu Management-Lehrgängen und auch länderübergreifenden Seminaren und Kursen.

 … und Ihre generelle Einschätzung der Zukunft?

Mag. Anton Aufner: Der Faktor Aus- und Weiterbildung, mithin das Qualifikationsniveau der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wird gerade bei Unternehmen in den Märkten Mittel- und Südosteuropas mittel- und langfristig mehr denn je eine zentrale Rolle spielen, wenn es um Produkt- und Dienstleistungsqualität, Markterfolg sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit geht.

Kontakt

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Ansprechpartner
Mag. Anton Aufner
T: +43 (0)5 90 900 3518
F: +43 (0)5 90 900 113518
E: anton.aufner@wko.at
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