90 Prozent sehen großen Weiterbildungsbedarf bei digitalen Komptetenzen

Anlässlich des Tags der Weiterbildung am 7. Juni präsentiert die "Plattform für berufsbezogene Weiterbildung" eine neue Studie. Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Nur 9 Prozent der Betriebe seien gut für die Digitalisierung gerüstet, 90 Prozent sehen großen Weiterbildungsbedarf. Von MAKAM Research wurden Führungskräfte und Personalverantwortliche von insgesamt 500 Firmen ab 20 Beschäftigten befragt. WIFI Österreich ist Teil der Plattform.

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Die Ergebnisse im Detail

  • 9% der Betriebe halten sich selbst für „sehr gut“ auf die Anforderungen der Digitalisierung vorbereitet, weitere 42% zumindest für „gut“. 43% sagten, sie seien „befriedigend“ auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet, immerhin 4% der Unternehmen gaben an, nur „genügend“ gerüstet zu sein, und weitere 1% stufen es als „nicht genügend“ ein, was im Unternehmen in puncto Digitalisierung geschehe.
     
  • Die Führungskräfte und Personalverantwortlichen wurden auch gefragt, welche Aspekte der Digitalisierung besonders wichtig sind. Sehr große Bedeutung hat die IT- und Datensicherheit, die 84% der Befragten für sehr wichtig und weitere 13% für wichtig halten. Mit deutlichem Abstand dahinter folgen kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Aspekte, wie etwa die Fähigkeit, den Einfluss der Digitalisierung in neuen Geschäftsmodellen mitzudenken.
     
  • 90% sehen großen Weiterbildungsbedarf im Bereich „Digitale Kompetenzen“.
     
  • Wichtig sind außerdem kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Aspekte der Digitalisierung (43%, z.B. Entwicklung neuer Geschäftsmodelle), technologische Aspekte (39%, z.B. Automatisierungstechnik), soziale Handlungskompetenzen (36%, z.B. kollaboratives Arbeiten) und kommunikativ-kreative Aspekte (34%, z.B. Webshops).
     
  • 75% der Unternehmen haben im Bereich der Digitalisierung bereits Bildungsmaßnahmen gesetzt, und hier wiederum meist im Sicherheitsbereich. 50% der befragten Führungskräfte und PersonalistInnen planen weitere Bildungsmaßnahmen, um digitale Kompetenzen der Beschäftigten zu stärken. 

Hohe Ambivalenz bei Unternehmen in puncto Digitalisierung

Bei der Frage, ob die zunehmende Digitalisierung eher positive oder negative Auswirkungen auf das Unternehmen habe, zeigten sich die Befragten optimistisch: Positiv werde sich die Digitalisierung vor allem auf die Arbeitseffizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auswirken, sagen 65% bzw. 61% der Befragten. 58% glauben, dass die Qualität der Arbeitsleistung durch Digitalisierung steige, und 57% sind der Meinung, dass sich die Datensicherheit durch Digitalisierung verbessere.

18% der Unternehmen werden heuer mehr in Weiterbildung investieren. Im Gegensatz dazu planen nur 5% der Unternehmen, im laufenden Jahr weniger für Weiterbildung auszugeben als bisher. Die Weiterbildungsbudgets in den meisten Unternehmen bleiben heuer meist gleich: 69% der Unternehmen haben gleich viel Weiterbildungsbudget vorgesehen wie im Vorjahr.

Mag. Alice Fleischer, Vertreterin des WIFI Österreich in der PbEB, dazu: „In strategische Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortlaufend zu investieren, ist besonders in Zeiten der Digitalisierung enorm wichtig. Es ist daher sehr erfreulich festzustellen, dass österreichische Unternehmen das auch so sehen.“   

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