Ende November schärften Businessmanagement-Interessierte in Klagenfurt den Blick für das Ungewohnte: Am 7. Businessmanagement-Kongress von WIFI Österreich und der M/O/T-School ermutigten Querdenker zu mehr Führung durch weniger Führung.

Knapp 500 Absolventinnen und Absolventen der gemeinsamen Masterprogramme, Unternehmer/innen und Führungskräfte aus ganz Österreich versammelten sich am 27. und 28. November an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Hochkarätige Wissenschaftler/innen, Unternehmer/innen und Querdenker/innen widmeten sich dem Thema „Außergewöhnliche FührungsKRAFT: Disruptive Leadership“.


Zum Beginn stellte der Rektor der Alpen-Adria-Universität, Univ.-Prof. Dr. Oliver Vitouch die Tätigkeiten und Kompetenzen eines Rektors an deutschsprachigen Universitäten in einen Zusammenhang mit dem Kongressthema. Frau LH-Stv. Dr. Gaby Schaunig beschrieb Mut von Führungskräften als Erfolgsfaktor. Sie stellte den politischen Anteil zur Förderung desselben in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Der Direktor der M/O/T® Management School, Herr ao.Univ.-Prof. Dr. Robert Neumann, hob anlässlich des Kongressthemas die DNA der Managementweiterbildung der M/O/T®-Universitätslehrgänge und der Kooperationslehrgänge mit dem WIFI Österreich hervor. Außerdem betonte er das Lernvorbild erfolgreicher Führungskräfte, die sich durch klare strategische Ausrichtung, ein hohes Maß an Wirksamkeit, Autorität, Authentizität, Selbstreflektion und vor allem Mut auszeichnen. 

Querdenken als ErfolgsgeheimnisMarkus Raml

Im Rahmen der Eröffnung betonte der neue WIFI-Österreich Kurator Mag. Markus Raml, „dass beim Führen das Erfolgsgeheimnis mitunter im Querdenken und im Mut zu Neuem liegt. Es ist wichtig als Unternehmer gewohnte Wege und Methoden immer wieder zu hinterfragen und nicht als gegeben anzusehen.“

In seinem Vortrag „Das Gebot der Stunde“ hielt o. Univ.-Prof. Dr. Johann Risak ein Plädoyer gegen die Mittelmäßigkeit in den Führungsetagen. Das „Entstarren“ bzw. Verlassen der Komfortzone müssen seiner Meinung nach Führungskräfte erst lernen. Er charakterisierte erfolgreiche Führungskräfte als leidenschaftlich, energetisierend und entschlossen. Als Schlüsselfrage sieht Risak „Was will ich tun?“, denn darin Johann Risakspiegle sich die Entschlossenheit und Umsetzungskraft von Spitzenkräften wider. 


Der Experte für postmodernes Social-Media-Marketing Mag. Robert Seeger zeigte anhand zahlreicher Beispiele aus der New Robert SeegerEconomy, wie sich durch die Digitalisierung Geschäftsmodelle verändern. Er ruft dazu auf Business-Ideen nach folgendem Credo umzusetzen: „Be somebody’s lover and not everybody’s darling!“. Für ihn bauen die neuen Geschäftsmodelle auf Vertrauen und digitaler Reputation auf. Der wesentliche Innovationstreiber sei eine offene Unternehmenskultur, wie z.B. jene bei LEGO, die ihre Entwicklungsabteilung an ihre Kunden „outgesourct“ hätten.

Siggi NeuschitzerDer Kärntner Hotelier Siggi Neuschitzer erzählte humorvoll aus der Praxis eines leidenschaftlichen Unternehmers, der mit seinen Kinderhotels abseits der ausgetretenen Pfade erfolgreich wurde. Dazu brauche es laut Neuschitzer Mut, Risikobereitschaft und Hands-on-Mentalität. Vor allem müsse es bei Kooperationen mit anderen Unternehmen „menscheln“.

Bernhard MoestlDer Bestseller-Autor Bernhard Moestl gab in seinem Vortrag „Entscheiden wie die Samurai“ Einblicke in die fernöstliche Entscheidungskultur. Sein Credo: „Denke scharf nach und entscheide in sieben Atemzügen“. Als Führungskraft müsse man sich bewusst auf Entscheidungsprozesse vorbereiten, die Entscheidung selbst solle dann aber unverzüglich getroffen werden. Für Moestl sind Emotionen die größte Gefahr für Entscheidungen. 

Muster brechen für neue Lösungsräume

Hans A. WüthrichManagementforscher Univ.-Prof. Dr. oec. Hans A. Wüthrich referierte eindrucksvoll zum Thema Musterbrecher. Bei bekannten Problemstellungen griffen Führungskräfte auf die Erfahrung zurück, bei neuen Problemstellungen limitierten diese Erfahrungen den Lösungsraum. Es gelte daher diese Muster zu brechen. Die Wirtschaft sei zwar heterogen, aber in ihren Strukturen und Organisationen glichen die Unternehmen sich immer mehr an, z.B. durch einheitliche Recruitingprozesse. In diesen „aufgeräumten“ Organisationen fehle es zunehmend an Enthusiasmus und vielfach gehe es in Richtung Erstarrung.

Wesentlich sei das Vertrauen der Führungskräfte in die Urteilskraft ihrer Mitarbeiter/innen. Die Fokussierung auf die Selbstorganisation ist für Prof. Wüthrich ein wichtiger Faktor um überbordende Strukturen und Bürokratie in Unternehmen zu reduzieren. Außerdem brauche es Mut zum experimentellen Führen, z.B. beim Recruiting von atypischen Lebensbiografien. Denn Innovation entstehe auch durch Widersprüchlichkeit. Zum Ende seines Vortrages ermutigte Wüthrich die Kongressteilnehmer/innen ergebnisoffen in ihren Unternehmen bzw. Organisationen zu experimentieren.

Entertainer, SchauspAlexander Goebelieler und „Sinn-Rakete“ Alexander Goebel ging in seinem Vortrag vor allem auf die Frage nach dem Sinn bzw. der Messbarkeit von Sinn in der Wirtschaft ein. Ohne Selbstreflektion könne eine Führungskraft nicht erfolgreich führen. Für GoebelBernhard Baumgartner sind Humor und Sinn die wichtigsten „Waffen“ gegen die Angst. Das Gegengewicht von Angst ist das Führen mit guten Gefühlen.

Der Comedian Bernhard Baumgartner beleuchtete mit seinem Business-Kabarett „Der Ernst des Lebens und Ich“ augenzwinkernd Themen aus der Wirtschaft für die Wirtschaft.

Alle Fotos: (c) MOT/Adrian Hipp   

Save the date: 25. und 26.11.2016

Der nächste Businessmanagement-Kongress trägt den vorläufigen Arbeitstitel „Management of Diversity“ und findet am 25. und 26. November 2016 statt. Aktuelle Infos finden Sie auf der Webseite zum Businessmanagement-Kongress.