Studienpräsentation anlässlich „Tag der Weiterbildung“: Frauen schneiden bei Bewerbungen besser ab als Männer. 36% der Unternehmen vermissen fachliche Qualifikationen.
 

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz zum diesjährigen „Tag der Weiterbildung“ präsentierte der Veranstalter, die „Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung“ (PbEB), die Ergebnisse der Studie „Weiterbildung 2014“. Sie wurde vom Marktforschungsinstitut MAKAM Research im ersten Quartal 2014 durchgeführt und beruht auf einer repräsentativen Befragung 500 heimischer Unternehmen mit über 20 Beschäftigten.

Besonders detailliert ließ die PbEB untersuchen, wie zufrieden Unternehmer mit den Bewerbungen, aber auch mit der Qualifikation von Bewerber/innen und neuen Beschäftigten sind. „Überraschend für uns war, dass Bewerberinnen deutlich besser bewertet werden als Bewerber“, so PbEB-Sprecher und WIFI-Bildungsexperte Mag. Hannes Knett. „Zwar ortet nur ein Fünftel der österreichischen Betriebe geschlechtsspezifische Unterschiede. Aber bei diesen fällt das Urteil zugunsten der Frauen aus:  88% der Unternehmen empfinden die Bewerbungen von Frauen besser. Nur 12% bewerten jene von Männern besser. Unterlagen, die fehlerhaft und schlecht aufbereitet sind, werden auch mit mangelndem Engagement assoziiert“, führt Knett weiter aus.

Bewerber/innen scheitern an fehlenden Fach- und Grundkenntnissen

Die Studie zeigt, dass aber gerade Engagement eine der 12 Top-Qualifikationen ist. An erster Stelle stehen Grundkenntnisse wie Schreiben, Lesen und Rechnen. Gefolgt von Engagement und Eigenmotivation, Flexibilität, kommunikative Fähigkeiten, soziale Kompetenz und Kritikfähigkeit.
Auf den Plätzen sechs bis 11 befinden sich Qualifikationen wie Sensibilität für Compliance, EDV-Anwenderkenntnisse sowie kaufmännische, technische und interkulturelle Fähigkeiten. Die Tatsache, dass Fremdsprachkenntnisse erst ganz am Ende der Skala stehen, interpretiert Knett wie folgt: „Grundkenntnisse und Social skills braucht jeder Beschäftigte, Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Fähigkeiten sind dagegen nur für bestimmte Tätigkeiten wichtig.“
Warum sind die an der Studie beteiligten Unternehmen mit der Qualität von Bewerbungen unzufrieden? 36% der Befragten vermissen die für den ausgeschriebenen Job erforderliche Fachqualifikation. Der persönliche Eindruck der KandidatInnen ist nicht überzeugend (35%) und mangelnde Grundkenntnisse in Schreiben, Lesen und Rechnen (34%) wurden ebenso festgestellt.

Steigende Bedeutung von Marketing- und Verkaufstrainings

Weiterbildung könne vor allem Fachqualifikationen erfolgreich vermitteln, so die Meinung der Unternehmen. Gute bis sehr gute Effekte sehen die Unternehmen bei EDV-Anwenderkenntnissen, kaufmännischen und technischen Fähigkeiten sowie oben genannten Grundkenntnissen. Etwas weniger stark vertrauen die Unternehmen auf Weiterbildung, wenn es um Social skills geht. Allen voran Kritikfähigkeit, soziale Kompetenzen oder Eigenmotivation.  Den größten Konkurrenzvorsprung erwarten sich die Firmen noch immer durch Weiterbildung im Bereich Technik und Produktion sowie durch Marketing- und Verkaufstrainings. „Weiterbildung in diesen Bereichen ist bei schlechter Umsatzentwicklung im Gesamtmarkt umso wichtiger“, begründet der Sprecher der PbEB die steigende Bedeutung dieses Segments.

Der „Tag der Weiterbildung“ (04.06.2014) wird heuer schon zum sechsten Mal von der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung und ihren Partnern veranstaltet und steht dieses Jahr unter dem Schwerpunktthema „Neue Arbeitswelten – neue Lernwelten“. Mit diesem Aktionstag möchte die PbEB ein Zeichen setzen: Bildung und Weiterbildung sollen in Politik und Gesellschaft den Stellenwert erhalten, den sie verdienen. Mehr Informationen über die Angebote am „Tag der Weiterbildung“:  www.tag-der-weiterbildung.at