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KI ist kein Zauber: Warum Know-how jetzt den Unterschied macht

Künstliche Intelligenz zwischen Hype und Unklarheit

Über Künstliche Intelligenz wird derzeit viel geredet und geschrieben. Manchmal fast ein bisschen zu viel. Vor allem dann, wenn am Ende trotzdem nicht klar ist, was Anwender:innen und Unternehmen damit eigentlich konkret besser machen wollen.

Die einen erwarten im geschäftlichen Kontext den großen Produktivitätsschub. Die anderen denken zuerst an Datenschutz, Kontrollverlust oder an das nächste Tool, das man „jetzt halt auch noch“ verwenden soll. Beides ist nachvollziehbar. Aber beides greift zu kurz.

KI ist ein Werkzeug, kein Mysterium

KI ist keine Zauberei und auch Mysterium. Sie ist ein Werkzeug. Ein starkes Werkzeug, ja. Aber eben eines, das man bedienen können muss.

Genau das wird oft unterschätzt. Der Einstieg ist leicht: Man gibt ein paar Zeilen ein und bekommt sofort einen Text, eine Idee, eine Zusammenfassung oder einen Vorschlag zurück. Das wirkt schnell brauchbar. Manchmal ist es das auch. Manchmal klingt es aber nur brauchbar.

Und dort beginnt die Herausforderung.

Wo Risiken entstehen

KI kann falsch liegen, ohne dabei unsicher zu wirken. Sie kann Dinge überzeugend formulieren, die fachlich nicht stimmen. Sie kann Datenschutzfragen auslösen, wenn sensible Informationen in nicht freigegebene Tools kopiert werden. Sie kann Ergebnisse liefern, die man besser nicht ungeprüft in ein Kundenschreiben, eine Präsentation oder eine Entscheidungsgrundlage übernimmt.

Das heißt nicht: Finger weg von KI.
Es heißt eher: Bitte KI-Tools nicht ohne Know-how verwenden!

Dicker Mann mit Brille

Uwe Neuburger koordiniert österreichweit die Weiterentwicklung der WIFI KI-Akademie und ist Produktmanager für den Geschäftsbereich EDV/IT. Sein Schwerpunkt liegt darauf, etablierte und neue technologische Entwicklungen verständlich, praxisnah und für Unternehmen nutzbar aufzubereiten. 

KI wird schon oft eingesetzt, nur nicht geregelt

In vielen Unternehmen ist KI längst angekommen. Allerdings häufig nicht offiziell oder sauber geregelt. Wir kennen das: Jemand lässt sich E-Mails vorformulieren, jemand fasst Unterlagen zusammen, jemand probiert ein neues Tool aus, weil es praktisch ist. Das ist menschlich. Und oft auch sinnvoll.

Das Problem: Wenn niemand weiß, welche Daten verwendet werden dürfen, wer Ergebnisse prüft, welche Tools überhaupt freigegeben sind, und wer sich um mitgelieferte Unternehmens- und Kommunikationsstandards kümmert, wird aus Neugier schnell ein Risiko.

Warum der Maschinenvergleich hilft

Der Vergleich mit einer Maschine ist hilfreich. In der Produktion würde niemand eine neue Anlage hinstellen und sagen: „So, macht einmal.“ Es gäbe Einschulung, Regeln, Sicherheitsvorgaben, Qualitätskontrolle und jemanden, der verantwortlich ist. Wenn etwas nicht passt, wird nachjustiert. Wenn sich Anforderungen ändern, wird angepasst.

Bei KI sollte dieser Gedanke nicht plötzlich verschwinden, nur weil das Werkzeug digital ist und freundlich antwortet.

Ein schlechter Prompt ist wie eine falsche Einstellung: Es kommt etwas heraus, aber nicht unbedingt das Richtige. Fehlende humane Prüfung und Überarbeitung ist wie Produktion ohne Endkontrolle. Und wenn KI irgendwo zwischen Fachabteilung, IT, Datenschutz und Geschäftsführung hängen bleibt, fühlt sich am Ende oft niemand wirklich zuständig.

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Die Grafik zeigt eine Hand, die ein Smartphone mit dem Schriftzug "AI" hält. Im Hintergrund sind Symbole für künstliche Intelligenz und Technologie erkennbar.

Kompetenz als zentraler Faktor

Deshalb braucht es Kompetenz. Nicht alle müssen KI-Expert:innen oder Entwickler:innen werden. Aber wer KI im Arbeitsalltag verwendet oder über den Einsatz entscheidet, sollte wissen, was funktioniert, was heikel ist und wo der Mensch weiterhin prüfen und entscheiden muss.

Im Unternehmenskontext gesprochen: Aktive Risikoreduktion auf allen Ebenen ist das Um und Auf.

Eine einzige KI-Schulung für alle wird dabei selten reichen. Administration, Marketing, Vertrieb, HR, IT und Führungskräfte brauchen unterschiedliche Antworten. Die einen brauchen Sicherheit im täglichen Anwenden: Texte, Recherchen, Zusammenfassungen, Ideen, Daten. Andere müssen beurteilen, welche Prozesse sich eignen, welche Risiken tragbar sind und welche Kompetenzen im Unternehmen fehlen.

Neue Rollen und klare Verantwortung

Und dann braucht es Menschen, die das Ganze zusammenführen können: Geschäftsführung, Fachbereiche, IT, Datenschutz und praktische Anwendung. Genau deshalb werden Rollen wie KI-Beauftragte oder Verantwortliche für KI-Strategie und Governance wichtiger.

Nicht als zusätzliche Bürokratie, sondern damit KI nicht einfach irgendwie passiert, sondern bewusst, nachvollziehbar, qualitativ hochwertig (Stichwort: Datenbasis) und im Rahmen der geltenden Regeln eingesetzt wird.

Ja, ich will eine KI-Ausbildung anpacken!

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Weiterbildung als Hebel

Hier setzt Weiterbildung an. Nicht als einmalige Tool-Vorführung nach dem Motto „Schaut, was ChatGPT kann“, sondern als Aufbau von echter Anwendungskompetenz aus der Praxis für unterschiedliche Rollen im Unternehmen.

Die WIFIs greifen diese Bandbreite in ihren Angeboten auf: vom KI-Basiswissen über den KI-Führerschein bis hin zu spezialisierten Ausbildungen wie zur/zum zertifizierte:n KI-Beauftragte:n und dem Diplomlehrgang Chief AI Officer. Damit werden sowohl Mitarbeitende unterstützt, die KI im Arbeitsalltag sicher verwenden wollen, als auch jene Personen, die KI-Projekte, Strategie und die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells im Unternehmen steuern.

Fazit: KI braucht Verständnis

Für die WIFIs ist es eine zentrale Aufgabe, KI zu entmystifizieren und für Unternehmen brauchbar aufzubereiten. Nicht größer machen, als sie ist. Aber auch nicht kleiner.

Denn KI wird nicht automatisch nützlich, nur weil sie verfügbar ist. Nützlich wird sie erst dann, wenn Menschen wissen, was genau sie damit tun – und auch wissen, wann sie besser noch einmal nachprüfen.

Ja, ich hätte gerne mehr Informationen!