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Lernen & Leben

Aufstieg aus eigener Kraft: Vom Hilfsarbeiter zum HR-Leiter

Manche Karrieren entstehen Schritt für Schritt

Manche Karrieren verlaufen geradlinig. Andere entstehen Schritt für Schritt, getragen von Mut, Ausdauer und dem Willen, sich ständig weiterzuentwickeln.

Die Geschichte von Norman Moosmann, MSc, gehört zur zweiten Kategorie. Heute leitet er als Head of HR die Personalabteilung des ALPLA-Werks in Fussach mit rund 250 Mitarbeitenden. Sein Weg dorthin begann jedoch nicht an einer Universität, sondern mit einer Lehre im Gastgewerbe und später als Hilfsarbeiter in der Industrie.

Warum ein berufsbegleitendes Masterstudium für ihn zum entscheidenden Meilenstein wurde und weshalb Herkunft keine Grenzen setzen sollte, erzählt er selbst.

25 Jahre. 25 Erfolgsgeschichten. Schreib du die nächste! Die Grafik feiert ein Jubiläum und ermutigt den Betrachter, Teil einer fortlaufenden Erfolgsgeschichte zu werden. Die Botschaft ist klar und motivierend.

Karrierewege verlaufen nicht immer geradlinig

Nicht jede Führungskraft startet ihre Laufbahn mit einem Studium. Viele sammeln zunächst jahrelang praktische Erfahrung, übernehmen Verantwortung und entwickeln sich Schritt für Schritt weiter. Die seit 25 Jahren bestehende Kooperation zwischen dem WIFI Österreich und der Universität Klagenfurt trägt dieser Realität Rechnung: Sie ermöglicht Berufstätigen, akademische Qualifikationen flexibel mit ihrer beruflichen Entwicklung zu verbinden.

Auch Norman Moosmann nutzte diese Chance genau zu dem Zeitpunkt, als seine Karriere den nächsten Entwicklungsschritt erforderte. Das Studium wurde für ihn zur idealen Ergänzung seiner umfangreichen Praxiserfahrung und zu einem wichtigen Meilenstein auf seinem weiteren Berufsweg.

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Vom Gastgewerbe in die Industrie

Nach der Pflichtschule absolvierte Norman Moosmann zunächst eine Lehre im Gastgewerbe. Dort sammelte er wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Menschen, übernahm Verantwortung und arbeitete in renommierten Betrieben.

Dennoch entschied er sich im Jahr 2001 für einen grundlegenden Richtungswechsel und wechselte in die Industrie. Er begann als Hilfsarbeiter, wurde Maschinenbediener und arbeitete rund zehn Jahre direkt in der Produktion. Mit wachsender Erfahrung übernahm er immer mehr Verantwortung.

Nach einem Unternehmenswechsel folgte der nächste Karriereschritt: Als Schichtleiter koordinierte er die Arbeit in einem Produktionsbetrieb mit mehreren hundert Beschäftigten.

„Stillstand war für mich nie eine Option“, beschreibt Moosmann rückblickend seine Haltung. Diese Bereitschaft, Chancen zu ergreifen und neue Aufgaben anzunehmen, sollte seinen weiteren Weg prägen.

Der Sprung ins Personalmanagement

Mit der Verantwortung für die Personaleinsatzplanung entstand auch der erste intensive Kontakt zum Human-Resources-Bereich. Schnell wurde klar, dass hier nicht nur organisatorisches Geschick gefragt war, sondern auch die Fähigkeit, Menschen zu begleiten, zu entwickeln und unterschiedliche Interessen zusammenzuführen.

Als ihm schließlich die Leitung einer neu aufgebauten HR-Abteilung angeboten wurde, erkannte Moosmann jedoch auch eine Herausforderung: Obwohl er über umfangreiche praktische Erfahrung verfügte, fehlte ihm das betriebswirtschaftliche Fundament für strategische Entscheidungen und die Kommunikation auf Managementebene.

„Mir war bewusst, dass ich für die neue Rolle zusätzliches Wissen brauche“, erinnert er sich.

Die Entscheidung für das berufsbegleitende Masterstudium Business Management war dabei ein wichtiger Meilenstein.

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Studium neben Familie und Führungsverantwortung

2017 startete Norman Moosmann sein Studium, parallel zum Familienleben mit zwei Kindern, einer Führungsposition und einem Vollzeitjob.

Die Familie stand für ihn immer an erster Stelle. Dennoch wäre diese Herausforderung ohne Unterstützung kaum zu bewältigen gewesen. Besonders dankbar ist er deshalb seiner Frau, die ihn während dieser Zeit maßgeblich unterstützt hat.

Zwei Jahre lang investierte er Abende, Wochenenden und viel persönliche Energie in seine Weiterbildung. 2019 schloss er das Studium erfolgreich mit dem akademischen Grad Master of Science ab.

Seine Masterarbeit widmete er einem Thema, das ihn bis heute begleitet: den Erwartungen und Bedürfnissen junger Generationen am Arbeitsmarkt. Erkenntnisse daraus fließen noch heute in seine tägliche Arbeit als HR-Verantwortlicher ein.

Wenn Theorie und Praxis zusammenfinden

Besonders wertvoll war für Moosmann die Verbindung von wissenschaftlichem Wissen und praktischer Erfahrung. Während des Studiums profitierte er nicht nur von den Lehrinhalten, sondern auch vom Austausch mit seinen Mitstudierenden.

„Wir hatten eine großartige Lerngruppe, haben uns gegenseitig motiviert und unterstützt“, erzählt er. Diese Gemeinschaft habe wesentlich dazu beigetragen, die intensive Zeit erfolgreich zu meistern.

Die eigentliche Wirkung des Studiums zeigte sich jedoch erst danach. Viele der vermittelten Inhalte konnte er unmittelbar in seinem Berufsalltag anwenden. Entscheidungen trifft er heute strukturierter, analytischer und mit größerer Sicherheit.

Gerade die Kombination aus langjähriger Produktionserfahrung und betriebswirtschaftlichem Know-how sieht er als besondere Stärke:

„Ich kenne die Realität in Produktionsbetrieben aus eigener Erfahrung und kann gleichzeitig auf Managementebene agieren.“

Wichtigste Zutat zum Erfolgsrezept: der Wille

Heute verantwortet Norman Moosmann als Head of HR die Personalarbeit eines internationalen Industriebetriebs. Er darf täglich Menschen entwickeln, Prozesse gestalten und dazu beitragen, dass ein großes Team erfolgreich zusammenarbeitet.

„Das Studium ohne Matura war für mich der Beweis, dass Bildung auch später im Leben noch große Türen öffnen kann“, sagt er und ergänzt: „Ohne diese Möglichkeit wäre mein Weg sicher anders verlaufen.“

Gerade weil er aus einfachen Verhältnissen stammt und keinen klassischen akademischen Bildungsweg eingeschlagen hat, möchte er anderen Mut machen. Eine Botschaft, die er immer wieder gerne weitergibt, ist die Bedeutung der eigenen Willenskraft.

„Es gibt Dinge, an denen ich gescheitert bin. Aber rückblickend immer aus demselben Grund: Ich habe es offenbar nicht genug gewollt.“

Wenn er aber etwas wirklich wollte, dann hat er es angepackt, auch wenn der Weg anstrengend war.

Oder wie Norman Moosmann es formuliert:

„Wenn jemand anderes es schaffen kann, dann kann ich es auch – vorausgesetzt, der Wille ist wirklich da.“

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