Was sind überhaupt Lernkanäle?
Man geht davon aus, dass jeder Mensch über jedes Sinnesorgan wahrnimmt, also durch Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Im Laufe der Entwicklung, aber auch durch Veranlagung, bilden sich aber sogenannte Wahrnehmungspräferenzen heraus (Bevorzugung bestimmter Sinneskanäle). Beim Lernen ist das Riechen und Schmecken (bis auf wenige Ausnahmen) von untergeordneter Bedeutung. Dafür kommt der Kommunikation als Übermittler von Lernerfahrungen eine starke Bedeutung zu. Es wird daher im Wesentlichen zwischen 4 Lern“typologien“ unterschieden: visuelle Lerner/innen, auditive Lerner/innen, bewegungsorientierte Lerner/innen und kommunikative Lerner/innen.

Kann ich von meiner bevorzugten Art zu lernen auf weitere Persönlichkeitseigenschaften schließen?
Sicher. Visuelle Lerner/innen werden nicht nur beim Lernen, sondern auch im Alltag besonders auf optische Reize reagieren. Sie haben oft Sinn für Ästhetik und sind nicht nur verstandes- sondern auch gefühlsmäßig über Bilder schneller ansprechbar.

Ich habe den Test gemacht und bin zu 100% eine auditive Lernerin oder ein auditiver Lerner. Soll ich meine Bücher jetzt entsorgen und nur mehr Vorträge besuchen?
Natürlich nicht! Auch wenn Sie bei diesem Test zu 100% eine auditive Lernerin oder ein auditiver Lernerin sind, wird Ihnen etwas Abwechslung beim Lernen mehr SPASS machen als immer nur einen Lernkanal zu verwenden. Sie sollten aber bevorzugt Lernmethoden für auditive Lerner/innen einsetzen.

Ich habe versucht, die Lernstärken-Analyse zu machen, aber ich finde es wirklich schwierig, mich für eine Antwortmöglichkeit zu entscheiden.
Es gibt kaum Situationen, die zum Abschalten aller Sinnesorgane bis auf einen Sinneskanal führen. In den meisten Fällen bevorzugen wohl alle Menschen mehrere Strategien, um ein Problem anzugehen oder eine Aufgabe zu lösen. Sie können sich daher bei Ihrer Entscheidung auch vorstellen, welche Strategie Sie zuerst wählen würden, oder auch die, bei der Sie intuitiv gleich „das beste Gefühl“ haben.

Ich habe den Test gemacht, und alle Lernstärken sind bei mir gleich stark ausgeprägt. Und jetzt?
Erfreuen Sie sich an Ihrer Vielseitigkeit! Sie können aus jeder Methode profitieren, achten Sie auf Abwechslung.

Ich habe eine empfohlene Lernstrategie ausprobiert, finde sie aber anstrengend, obwohl sie angeblich meinem Lernerprofil entspricht.
Vergessen Sie die Methode und probieren Sie eine weitere aus.

Ich hatte immer schon Lernschwierigkeiten. Warum soll sich das durch die WIFI-Lernstärken-Analyse ändern?
Sicher gibt es auch beim Lernen Problemstellungen, die genauer analysiert werden müssen: Sind vielleicht durch dauernde negative Lernerfahrungen Blockaden entstanden, die sich durch eine Verbesserung der Lernmethode allein nicht lösen lassen? Hier sind weitere Maßnahmen notwendig, besprechen Sie Ihre Probleme mit einem Lerncoach.

Hilft die Beachtung meiner Lernstärken gegen Prüfungsangst?
Bei leichteren Fällen: Ja. Das Wissen ist besser gefestigt und konnte in kürzerer Zeit verarbeitet werden. Dadurch ist auch mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung vorhanden.

Hilft die Beachtung meiner Lernstärken gegen Konzentrationsprobleme?
Bei leichteren Fällen: Ja. Die Konzentration wird durch eine unpassende Lernmethode stark strapaziert, bei optimaler Lernmethode wenig. Oft überrascht es Lernende, wie viel sie sich merken konnten.

Kann und soll ich neben der Berücksichtigung meines bevorzugten Lernkanals auch meine „weniger entwickelten Lernkanäle“ trainieren?
Ja, selbstverständlich. Scheuen Sie sich nicht davor, unterschiedlichste Methoden auszuprobieren. Es gibt auch spezielle Trainingsprogramme, sogenannt Teilleistungstrainings, die ganz gezielt den visuellen, auditiven oder bewegungsorientierten Kanal aktivieren.

Ich kann mich auch bei der besten Lernmethode, die mir Spaß macht, nur schwer konzentrieren. Was kann ich tun?
Achten Sie auf Bewegung und Ernährung und Ihre Lebensführung. Die Konzentration ist stark von Ihrem Allgemeinzustand abhängig. Auch psychischer Stress schadet der Konzentrationsfähigkeit erheblich. Versuchen Sie außerdem Ihre Lernumgebung so zu gestalten, dass Sie sich bestmöglich wohlfühlen.

Ich habe gelesen, dass die Unterscheidung von Lerntypologien wissenschaftlich nicht bestätigt ist. Stimmt das?
In der Wissenschaft wird das Thema von den Expertinnen und Experten unterschiedlich beurteilt. Vor allem zur Frage, ob die Beachtung des Lern“typus“ zur Verbesserung der Lernleistung führt, gibt es unterschiedliche Untersuchungsergebnisse. Deshalb werden in den WIFI-Trainings und Seminaren die unterschiedlichsten Methoden und Arbeitsweisen forciert – einfach um alle Sinne und somit alle Lerner/innen anzusprechen und alle Wahrnehmungskanäle „zum Schwingen zu bringen“. Einigkeit herrscht aber darüber, dass lebendiges und nachhaltiges Lernen, also Lernen, das aktiviert und SPASS macht, auch die Lernleistung verbessert. Methodenvielfalt ist der Schlüssel.